Kinderschutzkonzept - Verhaltenskodex
„Achtsamkeit ist ein aufmerksames Beobachten, ein Gewahrsein, das völlig frei von Motiven oder Wünschen ist, ein Beobachten ohne jegliche Interpretation oder Verzerrung.“
(Jiddu Krishnamurti – indischer Philosoph)
Die meisten Kindeswohlgefährdungen finden im (erweiterten) häuslichen Umfeld statt. Leider erleben in Einzelfällen Kinder auch in Schulen körperliche oder seelische Gewalt. Sei es durch Mitschülerinnen und Schüler, durch schulische Mitarbeiter/innen oder durch Lehrkräfte.
In der Polytechnischen Schule Waidhofen/Ybbs liegt ein zusätzlicher Schwerpunkt in der Einhaltung eines regelmäßigen Schulbesuches (Absolvierung von Berufspraktischen Tagen). Ein Lehrplatz und das daraus resultierende Einkommen sichert Jugendlichen ein höheres Maß an Selbstständigkeit, Unabhängigkeit (vor allem vom Elternhaus) und Eigenverantwortung. Das Bewusstsein zu wecken, dass durch das Erreichen von Kontinuität im Schulbesuch die Chance auf einen möglichst reibungslosen Übergang ins Berufsleben (und damit in die Unabhängigkeit) erhöht wird, ist uns ein zentrales Anliegen.
Egal in welcher Form: Gewalt darf in Schulen keinen Platz haben.
Der Fokus dieses Kinderschutzkonzepts liegt auf dem Bereich der strukturellen Prävention. Wie kann unsere Schule sich gewaltabweisend aufstellen bzw. wie können wir unseren Jugendlichen vermitteln, dass ein positiver Schulabschluss (ein unterschriebener Lehrvertrag) ein wichtiger Schritt zur Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit ist. Es soll allen Beteiligten erleichtert werden sich bei Bedarf Hilfe und Unterstützung zu holen.
Es reicht nicht aus, Schülerinnen und Schüler zu stärken. Das ist gut und wichtig und Teil dieses Konzepts, aber die schulische Struktur, die Abläufe und Möglichkeiten für ein aufmerksames Miteinander müssen geschaffen und lebendig gehalten werden.
Mit diesem Konzept ist es uns auch ein Anliegen, das schwierige Thema sexualisierte Gewalt aus der Tabuzone herauszuholen und eine klare Position zu beziehen. Sowohl für den Umgang mit Kindern, die im Zuhause oder privaten Umfeld betroffen sind, als auch für sexuelle Übergriffe in der Schule: unter Schülerinnen und Schüler wie auch durch schulische Mitarbeiter/innen oder Lehrpersonen.
Die hier formulierten Präventions-Maßnahmen helfen gegen jede Form der Gewalt (auch, wenn es nie einen 100%igen Schutz geben kann) und tragen zu einem insgesamt respektvollen und friedlichen Miteinander aller Beteiligten am Schulstandort bei.
Ziel ist es, eine Kultur der Achtsamkeit zu etablieren.
Dies beinhaltet das Bewusstsein für „heikle“ Situationen und klare Handlungsanweisungen ebenso wie das Vorhandensein von unabhängigen Beschwerdemöglichkeiten.
Und das Allerwichtigste: Es soll am Standort eine Hilfestellung bieten, um sich mit einem schwierigen Tabuthema zu beschäftigen und so einen Beitrag leisten, um Kindern und Jugendlichen mehr Schutz zu bieten und allen am Schulleben Beteiligten zu mehr Handlungssicherheit zu verhelfen.
Verhaltenskodex.pdf
Stand: Dienstag, 23. Juni 2026